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„Warum Vermögensverwalter zunehmend auf Sachwerte setzen“

Andy Jenk
Head Investment Partnerships
Splint Invest

Jahrzehntelang beruhte der Aufbau von Portfolios auf einer einfachen Formel: In Aktien investieren, Anleihen hinzufügen und sich auf deren Diversifizierungseffekt verlassen. Dieses Modell hat sich lange Zeit bewährt. Heute wird es zunehmend in Frage gestellt und reale Vermögenswerte gewinnen im aktuellen Umfeld immer mehr an Bedeutung. Andy Jenk erläutert hier detailliert die drei strukturellen Entwicklungen, die dieses wachsende Interesse erklären.

Splint Invest veranstaltet übrigens am 6. Mai 2026 ein Webinar zu diesem Thema.

Andy_Jenk

Anhaltende Inflation, geopolitische Fragmentierung und veränderte Korrelationen zwischen traditionellen Anlageklassen zwingen Vermögensverwalter, ihre Diversifizierung zu überdenken. In diesem Zusammenhang gewinnen reale Vermögenswerte - wie Kunst, Sammlerobjekte, Wein, Uhren oder seltene Luxusgüter - in den Portfolios an strategischer Bedeutung.

Dieses Phänomen ist nicht neu. Ultra-high-net-worth individuals (UHNWIs) und Family Offices investieren schon seit Jahrzehnten in diese Vermögenswerte. Was sich heute ändert, ist die Professionalisierung, Institutionalisierung und in gewissem Maße auch die Demokratisierung des Zugangs zu diesen Märkten.

Inflationsrisiko und Knappheit

Traditionelle Finanzanlagen beruhen auf künftigen Cashflows, deren Wert stark von Diskontsätzen, Geldpolitik und Zinssätzen abhängt.

Reale Vermögenswerte hingegen folgen einer anderen Logik. Es handelt sich um seltene physische Güter mit einem begrenzten Angebot, deren Wert häufig durch die Nachfrage von Sammlern und ihre kulturelle Dimension gestützt wird. In inflationären Zeiten kann diese Knappheit den Wert auf eine Weise erhalten, die durch Finanzanlagen nicht immer gewährleistet ist.

Das Angebot eines Kunstwerks, einer limitierten Uhrenserie oder eines Weinjahrgangs ist per definitionem festgelegt - und schafft so eine strukturelle Knappheit, die die Preise langfristig stützen kann.

Geopolitische Fragmentierung

Geopolitische Spannungen neigen dazu, das Vertrauen in Finanzsysteme, Währungen und rechtliche Rahmenbedingungen zu schwächen.

Historisch gesehen war der Besitz von weltweit begehrten Sachwerten ein Mittel zur Erhaltung des Vermögens. Bedeutende Kunstwerke, seltene Sammlerstücke oder Luxusinvestmentgüter fungieren als internationale Wertspeicher, die unabhängig von einem bestimmten Finanzsystem sind.

Diese Eigenschaft macht sie in globalisierten Portfolios besonders attraktiv.

Entwicklung der Korrelationen

Lange Zeit dienten Anleihen als Hauptpuffer für die Volatilität der Aktienmärkte.

Die letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass diese beiden Anlageklassen gleichzeitig zurückgehen können, insbesondere bei Inflationsschocks. Diese Dynamik stellt die Wirksamkeit des klassischen 60/40-Portfoliomodells in Frage.

Vor diesem Hintergrund suchen die Manager nach neuen Diversifikationsquellen - und reale Vermögenswerte etablieren sich allmählich als Alternative.

Die Aufnahme von Sammelvermögen in die Portfolios.

Ein häufiger Fehler besteht darin, Kunst und Sammlerobjekte als Investitionen aus Leidenschaft zu betrachten. Aus institutioneller Sicht sollten sie als Investitionen angegangen werden, die mit Private Equity vergleichbar sind, das auf einzelne Vermögenswerte angewandt wird, und zwar mit demselben Maß an analytischer Strenge.

Drei Säulen sind für ihre berufliche Integration von entscheidender Bedeutung.

  1. Disziplin bei der Allokation

In den meisten institutionellen Portfolios stellen reale Vermögenswerte eine begrenzte, aber strategische Allokation dar, die in der Regel zwischen 1 % und 5 % liegt. Das Ziel ist nicht die Spekulation, sondern die Diversifizierung über Performancetreiber, die sich von denen der Finanzmärkte unterscheiden.

  1. Auswahl und Due Diligence

Der Erfolg in den Sammelmärkten hängt stark von der Qualität der Akquisition und der Gründlichkeit der Analyse ab. Ein professioneller Ansatz beruht insbesondere auf :

  • einer datengestützten Marktanalyse
  • der Auswertung von Transaktions- und Auktionsdatenbanken
  • die Bewertung von Knappheit und Produktionsbeschränkungen
  • klar definierte Anlagehorizonte (häufig zwischen 12 und 36 Monaten).
  • antizipierte Ausstiegsstrategien (Auktionen, Händler, Sammler).
  1. Institutionelle Strukturierung

Eines der größten historischen Hindernisse bestand darin, dass es keine geeigneten Investitionsstrukturen gab. Eine professionelle Integration erfordert :

  • regulierte Vehikel
  • eine ISIN-Kompatibilität
  • die Einbindung von Verwahrstellen
  • Standards für die institutionelle Berichterstattung.

Diese Elemente tragen dazu bei, historisch fragmentierte Märkte in strukturierte und investierbare Anlageklassen umzuwandeln.

Die Besonderheiten von Sachwerten

Wie jede Anlageklasse weisen auch reale Vermögenswerte Besonderheiten auf. Ihre Liquidität ist eher ereignisgesteuert als kontinuierlich. Ihre Bewertung erfordert spezifische Fachkenntnisse. Schließlich war ihr Zugang lange Zeit fragmentiert.

Genau in diesen Punkten vollzieht sich heute ein Wandel: Professionalisierung, verbesserter Zugang zu Daten und regulierte Strukturierung machen diese Märkte für institutionelle Anleger zunehmend zugänglich.

Eine neue Dimension der Diversifizierung

In dem Maße, wie sich das makroökonomische Umfeld verändert, muss sich auch der Aufbau der Portfolios anpassen.

Reale Vermögenswerte sind nicht dazu gedacht, traditionelle Anlagen zu ersetzen. Stattdessen bieten sie eine zusätzliche Ebene der Diversifizierung, die auf unterschiedlichen Marktdynamiken beruht.

Für Vermögensverwalter stellt sich nun nicht mehr die Frage, ob sie diese Vermögenswerte einbeziehen sollen - sondern wie sie strukturiert und institutionell Zugang zu ihnen erhalten.

Deep Dive

Für Vermögensverwalter, die sich eingehender mit dem Thema befassen möchten, ist eine detailliertere Analyse der Bewertungsmethoden, der Anlagestrukturen und der Integration in Portfolios erforderlich.

Diese Herausforderungen werden im Mittelpunkt unseres Webinars am 6. Mai 2026 stehen.

Interessenten können auch das Factsheet des von Splint Invest aufgelegten Fonds anfordern oder direkt Kontakt aufnehmen über: andy.jenk@splintinvest.com oder aif.splintinvest.com.

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